Prof. Dr. Johanna Wanka

Prof. Dr. Johanna Wanka

Grußwort Prof. Dr. Johanna Wanka

 
Eine starke Meinung, viel Gefühl für Sprache und auch Mut gehören dazu, um bei einem Poetry Slam auf der Bühne zu stehen. Es gibt immer mehr Menschen, die sich gerne dieser Herausforderung stellen und ihre selbstgeschriebenen Texte einem Publikum vortragen, das mitfiebert wie kritisch wertet. Poetry Slams bieten die Möglichkeit, Sprache als Werk und Spielzeug zu erproben – auf Slambühnen entfaltet sich viel Kreativität. Da es inhaltlich wie formal keine Grenzen gibt, können alle Formen moderner Literatur und Sprachkunst, von klassischer oder moderner Lyrik über Kabarett und Comedy bis zu Prosa ausprobiert werden. Eine wunderbare Gelegenheit, Sprache in Szene zu setzen.

In Deutschland reicht die Tradition des Dichterwettstreits bis ins Mittelalter zurück – schon im 13. Jahrhundert soll es auf der Wartburg die sogenannten „Sängerkriege“ gegeben haben. Mit dem Poetry Slam, der 1986 aus Chicago in die Welt getragen wurde, existiert nun ein modernes Format, das Poetik mit Performance verbindet und so auch Menschen in seinen Bann zieht, für die klassische Literatur und Lyrik sonst eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Bei den VIII. deutschsprachigen Meisterschaften in der Altersklasse U20 werden sich erneut junge Menschen zusammenfinden, um die beste Poetin oder den besten Poeten zu küren.
Im fairen Wettstreit werden die Künstler darum ringen, mit ihren Texten das Publikum zu beeindrucken. Dieser Wettbewerb trägt in herausragender Weise dazu bei, Kunst und Literatur aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu vereinen und die Freude an Sprache weiterzutragen.

Ich freue mich, dass es dem Verein HALternativ e.V. gelungen ist, den Poetry Slam nach Magdeburg zu holen. Den Kandidatinnen und Kandidaten wünsche ich viel Erfolg und eine flotte Zunge. Den Zuhörerinnen und Zuhörern wünsche ich offene Ohren, viel Spaß und eine glückliche Hand bei der Bewertung.

 

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p style=“text-align: right;“>Prof. Dr. Johanna Wanka
Bundesministerin für Bildung und Forschung